Eilike Schlenkhoff

1984          geboren in Herne
seit 2005   Kunstakademie Münster,
                  seit 2006 bei Prof. Cornelius Völker

 

 

Eilike Schlenkhoff wurde 1984 in Herne geboren.
Sie studiert seit 2005 an der Kunstakademie Münster, seit 2006 in der Klasse von Prof. Cornelius Völker.

Bereits vor Beginn des Kunststudiums standen für Eilke Schlenkhoff zwei Dinge im Mittelpunkt ihres Interesses: Der Umgang mit jeglicher Art von Mal- und Zeichenmaterialien und die Welt des Illusionismus von Theater und Zirkus. Beides hat sich durch das akademische Studium nicht geändert. Ihre Bilder und Zeichnungen erzählen allerdings immer seltener die privaten Geschichten früherer Arbeiten, sie sind zunehmend darauf angelegt Stimmungen zu erzeugen, die nicht an Handlungen festzumachen sind.

Häufig tragen die Motive kulissenartige Züge. Anders als in ihren Zeichnungen und  farbigen Skizzen tauchen in den Bildern immer seltener Personen auf. Eilike Schlenkhoff spielt mit architektonischen Elementen, die sie sich in einer Vielzahl von Vorarbeiten erschlossen hat und nun dazu benutzt, unwirklich anmutende Konstellationen zu komponieren.
Ihre erfundenen Architekturen verwickeln den Betrachter in eine eigene Art von Dialog. Dinge mit scheinbar eindeutigen räumlichen Zuordnungen wechseln im nächsten Moment in andere Bildebenen und leiten den Betrachter weiter durch das Bildlabyrinth. Hat er (endlich) das Gefühl, mit einem der dargestellten Elemente einen Fixpunkt gefunden zu haben,
so enttäuscht dessen ambivalente Funktion für den Bildkontext im nächsten Moment diese Erwartung, oder ein bis dahin nur peripher wahrgenommenes Signal erweckt die neue Aufmerksamkeit. Wie aus dem Repertoire von Filmregisseuren entnommen, kalkuliert Eilike Schlenkhoff mit der Erwartungshaltung des Betrachters und schafft es häufig, ihn so in ihre Geschichten zu verwickeln, dass er erst spät das Fehlen von Akteuren bemerkt, obwohl das Szenario nicht als verlassener Ort empfunden wurde.

Auch ohne Personendarstellungen wirken die Bilder belebt und niemals trist; man kann an hnen die Freude am Entstehungsprozess ablesen, dessen Ergebnis mit dem Beginn der jeweiligen Arbeit nicht zwingend festgeschrieben ist. Die Bilder wirken in ihrer Komposition und Farbgebung zwar schlüssig, trotzdem erwecken sie in ihrer Mehrzahl die Erwartung, in ihnen könne noch etwas Unerwartetes geschehen, alles sei für eine kommende Handlung vorbereitet.

Eilike Schlenkhoff nimmt sich die Freiheit, die Umsetzung ihrer Ideen als `work in progress´ zu begreifen und kann dabei auf ein (ihr) großes Formenrepertoire zurückgreifen. Der Betrachter darf sich sicher sein, dass dies nicht mit einer damit häufig verbundenen Beliebigkeit einhergeht, wie es die Betrachtung der Bilderreihen in ihrer Rückschau nachvollziehbar belegt.