
|
Julia Laupus
1981 geboren in Frankfurt / Main
seit 2002 Kunstakademie Münster
(seit 2003 bei Prof. Timm Ulrichs, seit 2005 bei Prof. Katharina Fritsch)
2005/06 Gaststudentin an der UdK Berlin
2006 Auslandsstipendium in Barcelona
|
Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen seit 2004, Auszug:
Art Frankfurt (Galerie Tedden). `International Ceramics Exhibition´, Eskicehir (Türkei). Kunsthalle Recklinghausen. Galerie `Kunst-Raum´, Essen.
Julia Laupus wurde 1981 in Frankfurt / Main geboren.
Sie studiert seit 2002 an der Kunstakademie Münster, bis 2005 in der Klasse von Prof. Timm Ulrichs, seither bei Prof. Katharina Fritsch. 2005/06 war sie Gaststudentin an der UdK Berlin, 2006 als Stipendiatin in Barcelona.
Julia Laupus arbeitet in der Regel dreidimensional. Gießton, Porzellan, Kunststoff und Metall sind dabei ihre bevorzugten Materialien.
Für Entwicklung wie Umsetzung ihrer zunächst vagen Ideen spielen Zeichnungen und kleine Modellentwürfe gleichermaßen eine wichtige Rolle. Mit ihnen spielt sie, verändert und kombiniert vorgefundene Motive und erdachte Formen solange, bis sie ihr als Vorlage für eine neue Skulptur tauglich erscheinen, oder als Idee wieder verworfen werden. Nicht selten hat sich das Ergebnis am Ende weit von dem ursprünglichen Erscheinungsbild seiner Vorlagen entfernt.
Häufig setzen sich ihre Arbeiten aus variierenden Grundmotiven zusammen, die erst in ihrem Zusammengehen einen Sinn ergeben. Ihre Wand-Bodeninstallation `Vogelschwarm´ dokumentiert diese Vorgehensweise. Fünfzig dreidimensional modellierte Silhouetten fliegender Vögel aus schwarz glasierter Keramik formieren sich auf der Wand zu einem Geschwader, das sich auf ein Hindernis zu bewegt. Inspiriert wurde Julia Laupus durch das Schicksal jener Vögel, die ihr Ende an großen Glasflächen finden und zu Boden fallen. Auch bei ihrer Installation finden wir dieses Szenario vor. Es handelt sich dabei nicht um eine für immer festgelegte Skulptur: je nach vorgefundenem Umfeld für die Präsentation und momentaner Absicht verändert Julia Laupus die Positionen der Flugobjekte und die Anzahl derer, die bereits zu Boden gefallen sind. Bei solchen Arbeiten wirkt auch die Art der Bearbeitung der einzelnen Elemente einem starren Erscheinungsbild entgegen. Immer wieder finden wir ähnliche Ausgangsformen, die in ihrer Umsetzung variieren und zwischen gegenständlicher Abformung und Abstrahierung spielen.
Anders als hier und bei der Bodeninstallation `Barcelona´ (einem mit einzelnen und variabel kombinierbaren Elementen nachempfundenen Platz mit Vögeln), ist die Skulptur `Vogeltisch´ ein festgeschriebenes Objekt. Realistisch gehaltene Vogelmodelle korrespondieren mit solchen, die beginnen sich aufzulösen und bis nahe an die Unkenntlichkeit zerfließen.
Seltener beschränkt sich Julia Laupus auf einzelne Figuren. Wenn doch, steht hierfür in der Regel einschlägiger Porzellan-Kitsch Pate, den sie durch unpassende Attribute weiter über-zeichnet. In ihrer lebensgroßen Skulptur `Pudel´, steigert sie die Albernheit des ursprünglichen Erscheinungsbildes, in dem sie die graue Figur in eine Gipslache platziert und die Pudelkrone mit einem Klecks des gleichen Materials garniert.
Für ihre neueste Arbeit wurde Julia Laupus bei Design und Architektur der fünfziger Jahre fündig. Unterschiedliche Vasen aus dieser Zeit gießt sie in Porzellan nach und formt mit diesen Elementen eine unwirkliche Stadtlandschaft, ähnlich wie wir sie von Modellen der Architekten kennen.
|