Till Julian Huss

1983          geboren in Dachau
seit 2003   Kunstakademie Münster
                  (seit 2004 bei Prof. Michael van Ofen)

seit 2007   Meisterschüler

 

 

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen seit 2005, Auszug:
Museum für Gegenwartskunst, Siegen. Galerie Hans Tepe, Damme. MAM-Museum, Rhede. Gustav-Lübcke-Museum, Hamm.

Till Julian Huss wurde 1983 in Dachau geboren.
Er studiert seit 2003 an der Kunstakademie Münster, seit 2004 bei Prof. Michael van Ofen, der ihn 2007 zum Meisterschüler ernannte.

Die Bilder von Till Julian Huss erscheinen bei erster Betrachtung wie Arbeiten in der Tradition von Grisaille-Malerei, jenes seit dem Mittelalter bekannten Stils, der seine räumlich Wirkung vorzugsweise aus dem Spiel mit Schwarz, Weiß und deren (grauen) Halbtonwerten bezieht.  Auch Till Julian Huss reduziert seine Palette darauf, der Ansatz für seine Bilder ist allerdings ein anderer. Schon die verschwommenen Konturen seiner Figuren und die abstrahierten Hintergründe deuten drauf hin, dass es ihm nicht um eine plastische Darstellung geht.
Der Ausgangspunkt seiner Bilder ist an Inhaltlichem orientiert. In ihnen finden wir stets Konstellationen von zweien oder mehreren Personen, die eine gemeinsame, sich häufig in Grenzsituationen abspielenden Handlung verbindet, deren Geschichte aber unklar bleibt und (vom Maler so gewollt) unterschiedliche Interpretationen und Assoziationen zulässt.
Die schwer zu definierenden Räume und die fehlende Mimik der schemenhaft dargestellten Personen lassen wenige Rückschlüsse auf deren individuellen Merkmale oder Absichten zu.

Till Julian Huss´ Interesse gilt den übersteigerten Gesten und Posen der Beteiligten. Seine Motive sucht er vorzugsweise in alten schwarz-weißen Stummfilmen. Hier wird die fehlende Sprache, ganz seiner Erwartungshaltung entsprechend, durch eine übersteigerte Darstellungsweise und Theatralik ersetzt. Er setzt bei seiner Auswahl der Filme bevorzugt auf
solche Werke, die ihm Gesten versprechen, welche ihre Zeit überdauert haben und von denen er überzeugt ist, dass sie auch heute noch unsere Kommunikation beeinflussen. 
Werke wie Langs `Metropolis´, oder Murnaus `Nosferatu´ sucht er gezielt danach ab, lässt sich dabei aber auch von zufällig gefundenen Sequenzen inspirieren.
Seine Malweise ist kalkuliert. Die Bildidee wird in den möglichen Kombinationen der vorgefundenen Sequenzen vorab durchgespielt, Details werden ausgewählt, auf ihre Bedeutung hin untersucht und unwichtige Elemente reduziert, bevor der  eigentliche Malvorgang beginnt.