Ail Hwang

1981          geboren in Seoul, Korea
2000-04     Studium an der Seoul-Frauen-Universität  (Freie Kunst)
seit 2005    Kunstakademie Münster
                  (2006/07 bei Prof. Henk Visch, seit 2008 bei Prof. Dirk und Maik Löbbert)

 

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen seit 2004, Auszug:
Galerie Barom, Seoul. Wewerka-Pavillon, Münster. Städtische Ausstellungshalle für Zeitge-nössische Kunst, Münster. Biennale für Kleinplastik Hilden (Preisträgerin)

Ail Hwang wurde 1981 in Seoul geboren. Sie studierte von 2000 bis 2004 `Freie Kunst´ an der Seoul-Frauen-Universität. 2005 begann sie ihr Studium an der Kunstakademie Münster.
Von 2006 bis 2007 studierte sie dort bei Prof. Henk Visch, seit 2008 ist sie in der Klasse von  Prof. Dirk und Maik Löbbert.

Ail Hwangs Kunst ist vielfältig. Zeichnungen, Bilder, Objekte und Film benutzt sie gleichermaßen als eigenständige Medien, wie in deren Zusammenspiel.
Ihre Arbeit ist geprägt von Spielfreude bei der Suche nach neuen Ideen und großer Ernsthaftigkeit bei der Realisierung ihrer Projekte. Stets begleitet eine Vielzahl von Skizzen ihre neuen Entwicklungen. Die Vorliebe zur Zeichnung stammt aus ihrer Studienzeit in Korea und hält bis heute an. Anfänglich waren lebende Tiere ihr bevorzugtes Motiv. Durch das Übereinanderlegen mehrerer Zeichnungen auf Transparentpapier erzeugte sie Bewegung simulierende Unschärfen.

Zunehmend tauchen in ihren Arbeiten Menschen auf, oder Hinweise auf deren Existenz.
Ail Hwangs besonderes Interesse liegt dabei auf einer sich wandelnden subjektiven Wahrnehmung scheinbar bekannter Raumsituationen. Veränderte Größenverhältnisse, ungewohnte Perspektiven, besondere Lichtverhältnisse oder ganz private Spuren von Personen in verlassenen Räumen können Auslöser für diese persönlichen Empfindungen sein.
Häufig verfremdet sie diese vorgefundenen Stimmungen und hält sie in unterschiedlichen Techniken fest, gelegentlich reichen ihr für den Moment aber auch kleine dokumentarische Modelle als persönliche Erinnerungsstücke.

Ail Hwang schafft gerne irritierende Szenarien, indem sie mit der angestammten Funktion der Dinge spielt. So ruft ihre Skulptur `der tönerne Hammer´, aus Ton gebrannt und mit dem ersten Schlag selbst zerbrochen, beim Betrachter ein Gefühl von Fehlfunktion, Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit hervor. Auch ihr Video `enjoy your meal´, mit zwei Akteuren und eigens angefertigten, überdimensional verlängerten Essbestecken, nur paarweise und für den jeweiligen Gegenüber nutzbar, verursacht zunächst das Gefühl einer Funktionsstörung, bevor es in eine kommunikative, von harmonisch tänzelnden Bewegungen begleiteten Performance umschlägt.

Ail Hwangs Arbeiten bedürfen keiner großen Posen. Die scharfe Beobachtungsgabe, mit der sie Stimmungen auslösende Details und Situationen aufspürt, und die Auswahl von Gegenständen, die auch dem Betrachter vertraut sind, machen es leicht, Zugang zu den Arbeiten zu finden.