Olga Schigal

1980         geboren in Ischimbai, Russland
seit 2002   Studium an der Kunstakademie Münster
                 (seit 2003 bei Prof. Katharina Fritsch)

seit 2007  Meisterschülerin  

 

Janine Tobüren

 1978         geboren in Münster
seit 2005   Studium an der Kunstakademie Münster
                  (seit 2006 bei Prof. Guillaume Bijl)

 

Olga Schigal wurde 1980 in Ischimbai (Russland) geboren. Sie studiert seit 2002 an der Kunstakademie Münster, seit 2003 bei Prof. Katharina Fritsch, die sie 2007 zur Meisterschülerin ernannte.
Olga Schigal ist Bildhauerin. Sie bevorzugt das figurative Arbeiten und legt großen Wert auf handwerkliche Perfektion und Ästhetik. In ihren Arbeiten greift sie immer wieder Themen und Bilder aus ihrer Vergangenheit in Russland auf.
Die Ausstellung zeigt zwei ihrer zentralen Arbeiten.
“Das gelbe Ei im Boot“ von 2006 ist ein nach gebautes Rettungsboot, das ein überdimensionales, gelb angemaltes Ei trägt. Olga Schigal spielt hier mit den veränderten Proportionen bekannter Gegenstände und einer unrealistischen Farbwahl. Mit zunehmender Betrachtung wird die Skulptur befremdlicher. Der Betrachter erkennt, dass das Boot nicht in der Lage wäre, das Ei zu tragen. Diese Irritation ist gewollt und entspringt dem etwas schrägen Humor von Olga Schigal.
Er ist auch Pate des Titels ihrer zweiten Arbeit von 2007. “30112“ setzt sich aus den beiden Hausnummern der Häuser ihrer Großmütter zusammen und steht für ein ebenfalls realistisch nach gebautes Blockhaus aus Birkenstämmen (270x140x130 cm).
Bei näherem Hinsehen entdeckt der Besucher durch ein Fenster einen auf rotem Samt ge-betteten und in allen Details täuschend echt aussehenden Samowar, der in Wirklichkeit aus gebranntem und vergoldetem Ton ist. Auch hier die Ironie, dass Olga Schigal gerade die realistische Darstellungsweise der Details als Mittel zur Abstraktion ihrer Arbeiten nutzt.

Begleitet werden die Skulpturen durch eine Wandinstallation von Janine Tobüren.
Janine Tobüren wurde 1978 in Münster geboren. Sie begann ihr Studium an der Kunstakademie Münster 2005 und studiert seit 2006 bei Prof. Guillaume Bijl.
Seit dem Beginn ihres Studiums entwickelte sie ihre Ideen aus der Beschäftigung mit Papier und transparenten Materialien, wie Glas und Acryl. Ihre Objekte entstehen  durch Ausschnei-den, Perforieren und Schichtungen.
In ihrer, eigens für die Ausstellung konzipierten, Arbeit “Schwarm“ tritt das Spiel mit Licht und Schatten in den Vordergrund. Janine Tobüren benutzt dazu eine Vielzahl kleiner quadratischer Elemente aus halbtransparentem Papieren, die in verschiedenen Winkeln und Abständen mit feinen Stahlstiften an der Wand befestigt sind und durch unterschiedlichen Lichteinfall scheinbar in Bewegung geraten.
Auch hier setzt bei längerem Hinsehen eine Irritation ein, die allerdings, anders als bei Olga Schigals inhaltlichem Ansatz, aus der optischen Wahrnehmung resultiert.